Solar … und weiter?

Die Sonne brennt mir mal wieder auf den Kopf und sie verbrennt mir nicht nur die Haut, sondern auch das Gras unter meinen Füßen, lässt die Bäume auf der Wiese bereits wie im Oktober aussehen (wir haben August) und die Avocado-Bäume vertrocknen. Ich höre Berichte von Waldbränden im Elb-Sandstein-Gebirge und mir kommen die Erinnerungen an 2021, als in Kanada ganze Dörfer niederbrannten und Rekordtemperaturen von über 42ºC erreicht wurden, nahe des nördlichen Sonnenwendekreises!

Was ich mir frĂĽher herbeigesehnt habe („Wann wird es endlich wieder Sommer?“) und deswegen auch in den SĂĽden von Deutschland gezogen bin, ist inzwischen zum Schreckgespenst geworden und auch mir wird die Hitze mitunter zu viel, sodass ich tagsĂĽber gar nicht mehr aus dem Haus möchte. „Das hat es frĂĽher auch schon gegeben“ höre ich manche sagen, doch sie irren, denn in diesem AusmaĂź und in dieser Geschwindigkeit hat sich die Erde noch nie erwärmt und wir stehen erst am Beginn einer neuen Klimaphase. Was wir jetzt an Klimaveränderungen erleben, ist das Resultat vom Raubbau an Kohle und Holz und dem verschwenderischen Umgang mit dem billigen Ă–l, der vor 60-100 Jahren so selbstverständlich wurde wie heute der Flug nach Malle oder der Camping-Bulli als zweit- oder Drittauto; das Motorrad steht ja auch noch in der Garage. Und es ist seitdem nicht weniger geworden, sondern mehr, was der Mensch – ich genauso wie mein Nachbar und viele meiner Freunde – an Energie verbrauchen.

Früher wurden Kriege um Erdöl und andere Rohstoffe geführt, die nächsten Kriege werden wegen Trinkwasser und Nahrungsmitteln angezettelt werden. Putin will nicht die ukrainische Bevölkerung ins russische Reich einverleiben; nein, ihm geht es nur um das fruchtbare Land.

Das klingt ja schrecklich wird jetzt manche/r denken und diese Aussichten sind in der Tat nicht gerade erheiternd. Doch es steckt auche eine Chance in dem ganzen Szenario, das auf uns zukommt: wir werden gezwungen umzudenken. Und zwar radikal.
Was der Club of Rome seit den 80-er Jahren schon als „die Grenzen des Wachstums“ bezeichnete und seither bekannt aber kaum beachtet wurde, brennt uns jetzt buchstäblich unter den Nägeln.

Es mag jetzt zynisch klingen, aber der Gaspreis ist noch viel zu niedrig. Warum? Weil uns erst der Blick in den Geldbeutel zum Umdenken bringt – mich genauso wie viele andere auch. Die kWh Gas kostet nur einen Bruchteil des Strompreises, auch der inzwischen günstigsten Energieformen, nämlich der erneuerbaren Energien wie Wasser-, Wind- und Sonnenenergie. Und solange es günstiger ist, das Gas aus dem russischen Permafrostboden, aus Katar oder dem durch Fracking vollkommen verseuchten nordamerikanischen Ölschiefergebirgen zu beziehen, werden wir nicht umdenken. Hier wird, so fürchte ich, noch so manches Jahr ins Land gehen und noch viele diese Landschaften auf unbestimmte Zeit unbewohnbar werden.

Kann ich da überhaupt noch etwas ändern?

Die Antwort lautet definitiv: Ja !!!

Angefangen beim bewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen, Recycling von Rohstoffen, Upcycling von gebrauchten Gegenständen (Reparatur statt Neukauf), Umstellen auf eine nachhaltige und gesĂĽndere Ernährung … das alles ist bereits seit langem in den Medien und hören wir allenthalben. Doch wie das alles bezahlen? Ist BIO ĂĽberhaupt erschwinglich und der Gaspreis geht ja auch durch die Decke!?! Ja, denn da sind die fossilen Brennstoffe auf Dauer auch preislich anzusiedeln, genauso wie die Kosten zur (End-) Lagerung des atomaren Abfalls aus Kernkraftwerken.

Eine Möglichkeit ist – wenn nicht der goldene Weg überhaupt – die dezentrale Energieerzeugung und zwar auf jedem Hausdach, jeder Scheune und jedem Industriegebäude. Die Stromerzeugung mittels Photovoltaik (Solarzellen) oder die Warmwassergewinnung durch Solarthermie (Warmwasser) vom eigenen Dach (oder dem des Nachbarn) ist eine Möglichkeit, etwas selbst zu tun. Und zwar HIER und JETZT!

Die dunklen Stellen auf den Hausdächern werden immer mehr — und das ist gut so. Denn alles was wir an Energie verbrauchen wird entweder aus dem fossilen Energiespeicher der Erde, der sich ĂĽber Jahrmillionen aufgebaut hat entnommen (von ein paar Thermalquellen mal abgesehen) oder aber aus dem erzeugt, was durch die Sonnenenergie auf die Erde strahlt. Alle Nahrung die wir zu uns nehmen, alles Leben, verdankt seine Existenz der Sonnenenergie und davon ist genug da: ca. das 10.000-fache an Energie, was wir im Jahr weltweit verbrauchen scheint als Sonnenstrahlen auf die Erde. Wir dĂĽrfen sie weiterhin nutzen und wir sollten es auch.

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